Die Porträtsammlung der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
Bearbeitet von Peter Mortzfeld

A 11016

Vorschau des Porträts
Inventar-Nr. I 7003
Dargestellte Person Kilian, hl.
Künstler Salver, Johann d.Ä. (Stecher)
Beschreibung

Brustb. leicht nach l., Kopf mit angedeutetem Heiligenschein etwas nach l. gewandt, vor Kreuzschraffur-Hintergrund in profiliertem ov. Rahmen auf Brüstung innerhalb Parallelschraffur-Rechteck, in den Ecken schrägliegende ov. Kartuschen mit o. kalligraphischen, u. floralen Ornamenten. – In der Brüstung ausführlicher lat. biograph. Text in Typendruck (s. Bildband 12, S. 307)

(Übersetzung: Der hl. Kilian, der Apostel der Ostfranken, wurde aus seinem Heimatland Schottland vom Missionseifer nach Britannien, Gallien und Germanien geführt. Da aber die Tatsache, daß Irland damals mit dem Makel der pelagianischen Ketzerei behaftet war, auch sonst noch so heiligmäßige Männer belastete, zog er nach Ronm, um am Heiligen Stuhl die Lauterkeit seines Glaubens und seiner christlichen Liebe unter Beweis zu stellen. Vom Papst Konon [686/687] gütig empfangen und zum Bischof geweiht, erlangte er das Recht, den Heiden das Evangelium zu predigen. Nachdem er demnach den hl. Kolumban in Italien, den hl. Gallus in Alamannien zurückgelassen, kehrte er selbst mit den hll. Kolonat und Totnan in dieses unser Ostfranken zurück und begann den Samen des Wortes Gottes durch Predigen und praktisches Wirken auszustreuen, mit dem Erfolg, daß er den Frankenherzog Gosbert, nachdem er ihn in der christlichen Lehre unterwiesen, für Christus gewann. So legte der Herzog, am hl. Himmelsfahrtstage getauft, nicht nur den Frevel seines ererbten Aberglaubens, sondern auch seines bisherigen Lebenswandels ab: Er verstieß Geyla von Bett und Thron, was die blutschänderische Frau so schmerzte, daß sie, um sich für diese Verstoßung zu rächen, als Gosbert Franken verlassen hatte, im Jahr 688 den hl. Kilian, der sich mit seinen Gefährten gerade dem Gebet hingab, nachts durch Meuchelmörder töten ließ. Die Leichname der hll. Märtyrer wurden zuerst schändlicherweise in einem Pferdestall vergraben, dann aber, indem ein himmlisches Licht das Grab erleuchtete, gefunden und an einem würdigeren Orte bestattet; aber erst der hl. Burkhard ließ sie mit allen Ehren im heutigen Neumünster beisetzen).

Technik Kupferstich: <u.r.> J[ohann] Salver [d.Ä.] sc. Herbip[oli]
Maße Blattmaße: 264 x 172 mm
Plattenmaße: 250 x 162 mm
Bildmaße: 246 x 160 mm
Quelle Aus derselben Serie wie die Porträts der Würzburger Bischöfe A 24492ff.
Status Angelegt am 21.09.1998
Letzte Änderung am 05.04.2006