Die Porträtsammlung der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
Bearbeitet von Peter Mortzfeld

A 26571

Vorschau des Porträts
Inventar-Nr. II 2663.1
Dargestellte Person Huygens, Constantijn d. Ä. (heer van Zuylichem)
Künstler Vaillant, Bernard (Zeichner)

Blooteling, Abraham (Stecher)
Verleger Blooteling, Abraham (Künstlerverleger)
Beschreibung

Brustb. nach r. vor schlichtem Hintergrund in ov. Schriftrahmen auf Sockeltisch innerhalb schlichtem Hintergrund-Rechteck. Unten vor dem Oval mit Ordenskette umlegte Wappenkartusche. Lat. Ovalumschrift „CONSTANTINUS HUGENIUS, EQU[es] ZULICHEMI, ZEELHEMI ETC. TOP[archa,] CONCILII RATIONUMQ[ue] SEREN[issi]MI PRINCIPIS ARAUSII PRAESES. AETAT[is] ANNO XC.“ – Im Sockel nebeneinander l. 8 distich. lat. und r. 6 niederländ. Verse von Joannes Vollenhove (1631–1708), Prediger in Den Haag [A 22999]:

l.:

HUGENII bis Lustra novem claudentis imago
Naturae expressit se superantis opus.
Scripta seni juvenis vix unquam imitanda fuere:
Ingenii robur nunc juvenile senis.
Si patriae pia vota valent, patriaeque parentis,
Aequabit Pylios illa senecta dies.
Immortale viri nomen fert Pindus ad astra:
A solo sese dignus at ille cani.

(Das Bildnis des sein 90. Lebensjahr vollendenden HUYGENS hat das Werk der sich selbst übertreffenden Natur wiedergegeben. | Den Schriften des Jünglings vermochte kaum je ein Greis etwas Gleiches an die Seite zu stellen, und jetzt ist die Kraft des Greises die eines Jünglings. | Wenn des Vaterlandes fromme Wünsche etwas gelten und die des Vaters des Vaterlandes [Friedrich Heinrich von Oranien], so wird dieser Greis Nestors Jahre erreichen. | Den unsterblichen Namen des Mannes trägt der Pindus bis zu den Sternen: von sich selbst allein aber ist er würdig besungen zu werden);

r.:

Dit `s HUYGENS beelt. hoe eert, hoe noemt men’s mans bedryf?
’t Schynt meer dan ene ziel t’ ondekken in een Lyf,
Zo eêl, zo veel, zo groot, in allerhande talen,
Voor Vorst, voor vaderlant, voor’t aardtryk wie kant malen?
Wie melden? dichters, zwygt: uw kunst heeft kracht noch klem,
Ontbreekt aan’t Lofgedicht zyn eige styl en stem.

(Dies ist HUYGHENS` Bildnis. Wie ehrt man, wie benennt man des Mannes Treiben? Es scheint mehr als Eine Seele zu entdecken in Einem Leib, so edel, so viel, so groß, in allerhand Sprachen, für den Fürsten, fürs Vaterland, für die Welt: wer kann`s malen, wer davon künden? Ihr Dichter, schweigt: eure Kunst hat weder Kraft noch Nachdruck. Es fehlt zum Lobgedicht sein eigener Stil, seine eigene Stimme).

Technik Schabkunst: <unter den ndl. Versen> B[ernard] Vaillandt delin. A[braham] Blooteling Fecit et Excudit cum Privel[egio] [sic] Holl[andiae] et Westfrisiae.
Maße Blattmaße: 344 x 253 (= Bild) mm
Kataloge Muller 2678.
Drugulin 9579.
Singer 42023.
Diepenbroick 12624.
A.v.Wurzbach 1,120 (Nr. 26).
Hollstein D.2,236 (Nr. 170/II).
Zustand beschn.
Ikonographie und Realien Orden
Wappen – Huygens, Constantijn
Versbeiträger Vollenhove, Joannes
Versinitium des/der Porträtgedichte(s) lat.: HUGENII BIS LUSTRA NOVEM
ndl.: Dit ’s HUIGENS beelt
Status Angelegt am 09.11.2004
Letzte Änderung am 12.12.2006