Die Porträtsammlung der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
Bearbeitet von Peter Mortzfeld

A 24538

Vorschau des Porträts
Inventar-Nr. I 14830
Dargestellte Person WÜRZBURG: Herhold (Herold) (von Höchheim), 1165–1171 Bischof von W.
Künstler Salver, Johann d.Ä. (Stecher)
Beschreibung

Halbf. von vorn vor unterschiedlich dicht kreuzschraffiertem Hintergrund in achteck. Eichenlaubrahmen innerhalb eingefaßtem Parallelschraffur- Rechteck. Unten vor dem Rahmen Wappen. – Unten 15zeil. lat. biograph. Text in Buchdruck:

"HEROLDUS ex Equestri Ordine dictorum ab Höcheim eligitur Anno 1165 sub Pontificatu | Alexandri III. et Imperio Friderici Barbarossae, qui in celebratis Herbipoli Comitiis, judicia- | riam hujus Ecclesiae potestatem Caesareis litteris, appensâ aureâ bullâ signatis confirmavit, Judicii | Provincialis praescripsit ordinem, reumque laesae Majestatis dixit, quisquis contra hanc suam consti- | tutionem in Episcopi Jura quidquam moliri praesumeret. Arces Branbergam et Franckenbergam | praedonum quondam domicilia everti voluit: Branbergensem agrum donavit Episcopo, eâ tamen lege, ne novum in eo castrum posthac erigeretur. His Regalibus et privilegiis ornatam cernens Ec- | clesiam suam Heroldus, Aulam Ipse Principalem cum consilio Cathedralis Capituli ordinavit, et | primaria quatuor ministeria ita distribuit, ut supremus Mareschallus diceretur Comes de Hennen- | berg, Pincerna Comes de Castell, Dapifer Comes de Rieneck, Camerarius Comes de Wertheimb. | Singulis Comitibus totidem ex Equestri Ordine substituit, Dominos ab Hohenberg, de Zabelste[i]n, | à Rebenstock et à Zobel. Accesserunt insuper ex Donatione Henrici à Lauden et ab Endsee | Cathedralis Canonici ad Episcopatum pars Arcis Laudanae et Hopfferstatt cum aliis praediis. | Obiit 3. Augusti 1172. cum septennio praefuisset.“

(Herhold aus dem Ritterstand derer von Höchheim wurde im Jahre 1165 gewählt, unter dem Pontifikat Alexanders II. [reg. 1159–1181] und dem Kaisertum Friedrich Barbarossas [reg. 1152–1190], der auf einem in Würzburg abgehaltenen Hoftag die Gerichtsbarkeit dieser Kirche in einer mit der beigehängten goldenen Bulle gesiegelten kaiserlichen Urkunde bestätigte, den Geschäftsgang des Landgerichts vorschrieb und jeden, der gegen diese seine Bestimmung etwas gegen die Rechte des Bischofs zu unternehmen wage, für des Majestätsverbrechens schuldig erklärte; die Burgen Branberg und Frankenberg, einstige Raubritternester, wollte er zerstört sehen: die Branberger Gemarkung schenkte er dem Bischof, freilich unter der Bedingung, daß dort fürderhin keine neue Burg mehr errichtet werde. Als Herhold seine Kirche mit diesen Regalien und Privilegien geschmückt sah, gab er selbst seiner fürstlichen Hofhaltung nach Beratschlagung mit dem Domkapitel eine neue Ordnung und teilte die vier Erzämter so auf, daß zum Obermarschall der Graf von Hennenberg ernannt wurde, zum Mundschenk der Graf von Castell, zum Truchseß der Graf von Rieneck und zum Kämmerer der Graf von Wertheim. Jedem dieser Grafen unterstellte er einen aus dem Ritterstande: die Herren von Hohenberg, von Zabelstein, von Rebenstock und von Zobel. Aus einer Schenkung des Domherrn Heinrich von Lauda und von Endsee kam zum Bistum hinzu ein Teil der Burg von Lauda [bei Tauberbischofsheim] sowie Hopferstadt [bei Ochsenfurt] samt anderen Liegenschaften. Er starb am 3. August 1172, nachdem er dem Bistum sieben Jahre vorgestanden hatte).

U. M. „(30.)“, u. r. „30.“

Technik Kupferstich: ohne Adresse [Johann Salver d.Ä. sc.]
Maße Blattmaße: 265 x 174 mm
Plattenmaße: 253 x 164 mm
Bildmaße: 247 x 161 mm
Kataloge Diepenbroick 28867.
Ikonographie und Realien Eichenlauboval
Wappen – WÜRZBURG / Höchheim, v.
Anmerkungen N: Mit 2zeil. lat. Namenslegende „HEROLDUS | ab Höcheim“ statt des biograph. Textes verwendet in: Johann Peter von Ludewig (Hrsg.): Geschicht=Schreiber von dem Bischoffthum Wirtzburg ... - Frankfurt a.M.: Thomas Fritsch 1713. (Neben S.516) [HAB: Gm 4° 1171]
Status Angelegt am 04.11.2003
Letzte Änderung am 09.05.2006