Die Porträtsammlung der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
Bearbeitet von Peter Mortzfeld

A 1918

Vorschau des Porträts
Inventar-Nr. II 505
Dargestellte Person Bose, Georg
Künstler Am Ende, Johann Heinrich (Maler)

Heckenauer, Leonhard (Stecher)
Beschreibung

Brustb. leicht nach r., Kopf nach hl. gewandt, vor kreuzschraffiertem Hintergrund in ov. Rahmen auf profiliertem Volutensockel innerhalb dreiseitig doppelt gerahmtem Schraffur-Rechteck. Ovalumschrift „Der Wol Edle Groß=Achtbare und Hochweise Herr George Bose Fürnehmer deß Raths u. weitberühmter HandelsHerr in Leipzig, Geb: 1650 d. 5.Jun:, Gest: 1700 d. 23. Julij.“ Oben in der Mitte von 2 geflügelten Putti gehaltenes Wappen, in den Ecken – durch Früchtegirlanden mit dem Wappen verbunden – 2 runde Emblemata: l. „GENEROSUM VANA FUGARUNT“ (Nichtiges hat den Edlen in die Flucht geschlagen) [Löwe vor Hahn Reißaus nehmend], r. „IN MOTU IMMOTUS SEMPER“ (In der Bewegung stets unbewegt) [Sonne]; an den Emblemata hängend l. verschiedenes mathematisches Gerät mit Spruchband „INGENIOSE“, r. Magistratssymbole (Rutenbündel, Justizwaage, Urkunde, Tintenfaß mit Schreibfedern) mit Spruchband „PRVDENTER“; damit korrespondierend in den unteren Ecken l. Architekturgerät, daneben weinender Putto, r. auf das Stadtregiment bezügliche Gegenstände (Ratsbeschlüsse mit Siegel „SPQL“, Schlüssel, Rutenbündel, Schlangenstab), daneben betender Putto. Unter dem Oval auf dem Sockel in der Mitte lorbeerbekränztes Rundbild eines palaisartigen Hauses mit Inschrift „Von Jedermann geliebt“, l. Sphinx, auf ihr kniend Putto mit gesenkter verlöschender Fackel, r. Adler, eine Schlange packend. Im oben mit Früchtegirlande geschmückten Sockel 6 dt. Verse:

Wer dieses Bildnuß sieht, und kennt die grosse Gaben
die diesen theuren Mann zum Wunder seiner Statt,
Und Muster deß Verstands vorlängst gemachet haben,
Vermeint, daß ihn der Todt zu früh geraubet hat.
Ich sage: nicht zu früh, weil seine frühe Jahre,
Mehr rühmliches vollbracht, als sonst die grauen Haare.

Darunter 5zeil. Widmung von Leonhard Christoph Sturm (1669–1719), damals Prof. d.Math. an der Ritterakademie Wolfenbüttel [A 21481-83]: „Diese wenig ReimZeilen, samt den umbher gezeichneten Symbolischen Zierrathen, hat seinem mit Kindlicher Ehrfurcht geliebten Patron zum schuldigen Ehren=Gedächtnus mit willigster Hand, aber höchstbetrübten Hertzen beygesetzt Leonhard Christoph Sturm Math. Prof. Publ. Wolffenb. am 24. Jan. 1701.“ – Pendant zu A 1922.

Technik Kupferstich/Radierung: <u.l.> Heinrich Amendo [= Johann Heinrich Am Ende] pinxit. – <u.r.> Leon[h]ard Heckenauer Sc: Aug.Vind.
Maße Blattmaße: 370 x 273 mm
Bildmaße: 363 x 269 mm
Kataloge Drugulin 1937.
Singer 9099.
Diepenbroick 37833.
Hollstein G.13,19 (Nr. 25).
Vgl.ThB 10,513.
Zustand Plr. beschn., leichte Beschädigung in der Bildmitte
Ikonographie und Realien Adler
Architektu rgerät
Bauplan
Buch
Fackel
Fasces
Gerät, mathemat.
Girlande
Globus
Schlange
Schlangenstab
Schlüssel
Schreibfeder
Siegel
Tintenfaß
Urkunde
Urkunde
Waage
Wappen – Bose [Leipzig]
Widmer Sturm, Leonhard Christoph (Versbeiträger)
Emblemata Bild-1: Löwe vor Hahn fliehend
Bild-2: Sonne
Motto-1: Generosum vana fugarunt
Motto-2: In motu immotus semper
Bildmotive Putti
Sphinx
Versbeiträger Sturm, Leonhard Christoph (1669–1719), Architekt u. Architekturtheoretiker, Prof. d.Math. an der Ritterakademie Wolfenbüttel u. in Frankfurt/Oder, Baudirektor in Schwerin u. Blankenburg, Sohn des Vorigen [A 21481-83]
Versinitium des/der Porträtgedichte(s) dt.: Wer dieses Bildnuß sieht
Anmerkungen Allegorisches Porträt Emblematisches Porträt
Status Angelegt am 21.07.1995
Letzte Änderung am 29.09.2006